Struktur

Kuratorium 2024

Das Kuratorium von „AufBruch“ setzt sich im Jahr 2024 aus Expert*innen und Akteur*innen der jüdischen und muslimischen Diskurslandschaften aus ganz Deutschland zusammen. Das Kuratorium berät hinsichtlich der strategischen Ausrichtung von „AufBruch“ und bringt zusätzliche, fachliche Expertise und aktuelle Impulse für die inhaltliche Programmgestaltung ein. Zugleich sichert das Kuratorium die Stärkung und den Ausbau der Vernetzung im Rahmen jüdisch-muslimischer Allianzen in ganz Deutschland und bindet AufBruch an den bundesweiten Diskurs an. Das Gremium tagt einmal im Jahr in großer Runde und nach Bedarf in kleinerer Zusammensetzung.

  • Nabila Abdelaziz | AusARTen – Perspektivwechsel durch Kunst, eine Initiative des MFI – Münchner Forum für Islam e.V.
  • Sapir von Abel | Kuratorin Kulturvermittlung | Jüdisches Museum München
  • Danijel Cubelic | Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg
  • Max Czollek | Autor, Publizist, Kurator | Berlin
  • Lena Dölger | Referentin für Diversität | Nationaltheater Mannheim
  • Prof.’in Dr.’in Havva Engin | Leiterin des Heidelberger Zentrums für Migrationsforschung und Transkulturelle Pädagogik (Hei-MaT) | Pädagogische Hochschule Heidelberg
  • Derviş Hızarcı | Vorstandsvorsitzender | KIgA e.V. – Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus | BAG RelEx e.V. – Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus
  • Dennis Sadik Kirschbaum | Politischer Bildner | JUMA e.V. – Jung, Muslimisch, Aktiv und Muslimisch Jüdisches Festival Berlin
  • Johanna Korneli | Geschäftsführerin DialoguePerspectives. Discussing Religions and Worldviews e.V. 
  • Rabbiner Dr. Asher J. Mattern | Dozent und Leiter der Jüdisch-Islamischen Forschungsstelle | Eberhard Karls Universität Tübingen
  • Martin Müller | Karlstorbahnhof | Heidelberg
  • Dr. Frederek Musall | Professur für Jüdische Studien/Religionswissenschaft | Universität Würzburg
  • Hannan Salamat | Kulturwissenschaftlerin, Kuratorin und Künstlerische Leitung | MAXIM Theater | Zürich
  • Prof.’in Dr.’in Fahimah Ulfat | Co-Direktorin der Jüdisch-Islamischen Forschungsstelle | Professorin für Islamische Religionspädagogik | Eberhard Karls Universität Tübingen

Community Labs

Das Programm entstand im Jahr 2023 erstmals in einem gemeinsamen Austauschprozess mit Jüdischen und Muslimischen Communities in Heidelberg im Rahmen sogenannter „Community Labore“. In den Laboren fand ein intensiver Diskurs über die Bedürfnisse der lokalen Communities statt und es wurden konkrete Ideen für künstlerische und kreative Programmpunkte Kulturtage entwickelt.

Die „Community Labs“ werden auch im Rahmen des Formates „AufBruch“ weitergeführt, wollen nun allerdings verstärkt geschützte Räume des Zusammenkommens, des respektvollen Austauschs und des konstruktiven Gesprächs zwischen Menschen aus jüdischen und muslimischen und anderen von Rassismus und Marginalisierung betroffenen Communities eröffnen. Im Mittelpunkt der Community Labs steht die persönliche und individuelle Beziehungspflege von jüdisch und muslimisch markierten Menschen, die Reflektion von gegenseitigem Respekt und Empathie und die Gestaltung von safer und braver spaces.

safer spaces werden spezielle (physische) Räumen genannt, die die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen, Erfahrungen zu teilen, sich zu treffen. Wichtig an diesen Räumen ist, dass sie versuchen sicherer zu sein – sicherer, weil nichts 100% sicher ist, es aber Bemühungen gibt, Diskriminierungen bewusst abzubauen. braver spaces wiederum sind Räume, die Dissens und Unstimmigkeiten zulassen, aber sichere und schützende Bedingungen bieten, um diese Differenzen aufzulösen.

Die Treffen werden durch eine professionelle Mediation nach der Betzavta Methode moderiert. Im Laufe des Jahres 2024 finden insgesamt fünf dieser Treffen statt. Sie werden auch die Programmfindung von „AufBruch“ weiter begleiten.

Koordination

Die Projektkoordination liegt bei dem jüdisch-muslimischen Tandem Dr. Esther Graf und Leyla Jagiella. Gemeinsam koordinieren sie Programm und Formatinhalte, stellen Kontakte zu jüdischen und muslimischen Künstler*innen und Expert*innen her oder organisieren die regelmäßig stattfindenden Community Labs. Die beiden werden dabei unterstützt von einem Planungsteam bestehend aus Mitarbeitenden der Muslimischen Akademie Heidelberg und des Karlstorbahnhofs.

Dr. Esther Graf studierte Jüdische Studien in Wien und Heidelberg. Als praktizierende Jüdin engagiert sie sich seit ihrem Studium im interreligiösen Dialog und Trialog. Der zweijährigen Leitung des Jüdischen Museums Hohenems folgte die Zusammenarbeit mit Manja Altenburg für die Abteilung Jüdisches Museum im Braunschweigischen Landesmuseum. 2004 promovierte sie in Jüdischer Kunst und Kunstgeschichte. Seit 2008 betreibt sie zusammen mit Manja Altenburg die Agentur für Jüdische Kultur.

Leyla Jagiella ist Ethnologin und Religionswissenschaftlerin. An den Universitäten Marburg, Bayreuth und Tübingen lehrte sie zu Religiöser Vielfalt in Südasien, Südostasien und Osteuropa, sowie zu kulturellen Hybriditäten und Transferprozessen. Sie forschte in Pakistan, Indien und Indonesien und ist freiberufliche Fachreferentin für Fragen von Gender im Islam. Im Dezember 2022 erschien ihr Buch „Among the Eunuchs. A Muslim Transgender Journey“ im Hurst Verlag.